Mongolei 9/2017

Wasserstelle in der Wüste Gobi

Ein Brunnen in der Wüste! Wasser für Alle! Hier kam es zu einem richtigen Gerangel zwischen den Pferden. Allen voran trank der Hengst. Ein zweiter Hengst, der mit seiner Herde zeitgleich dazukam wurde vom Ersten mit großem Krafteinsatz durch Ausschlagen, Verfolgen, Treten und Beißen in die Flucht geschlagen. Eindrucksvoll und Respekt einflößend!
Danach tranken die Leitstute, die Fohlen und der Rest der Herde. Die Leitstute führt die Herde und bringt sie intuitiv zum Wasser, der Hengst folgt ihr, erklärte unsere mongolische Reiseleiterin, die als Tochter eines Viehzüchters aufwuchs und später studierte.
Die Kamele schauten im Hintergrund geduldig zu und warteten. Erst als sich die Pferde vom Wassertrog entfernten, näherten sich die Kamele ohne Gedrängel der Wasserstelle an.
Kamele seien sehr geduldige Tiere und einfacher handzuhaben als Pferde, Kamele könnten bis zu 40l Wasser auf einmal trinken und nahezu 14 Tage ohne Wasser auskommen, erzählte uns die Mongolin. Ihre Begleitung war für Clarissa und mich ein echter Mehrwert, denn wir lernten so viel mehr über das Verhalten der freien und wilden Tiere.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Suhbaatar Platz Dschingiskhaan
Felsen Baga Gazriin Chuluu
Jurte innen oben
Jurten und der Mond
Kekse
Geierschlucht Gurvan Saihan im Nationalpark
Hongor Sanddünen
Totenkopf eines Rindes
Wasserstelle in der Gobi
Bayanzag Gobi Dinosaurier-Fundstelle
Ongiin Khiid Kloster
Khara Khorum Erdene Zuu Kloster
Buddha

Niederländische Antillen, ABC Inseln, Curacao 4/2017

Die Insel Curacao liegt vor der Küste Venezuelas und ist eine von den sogenannten ABC Inseln. Aruba, Bonaire und Curacao.

Die Hauptstadt Curacaos, Willemstad wird auch  „Klein Amsterdam“ genannt.  Wir sind die ganze Insel abgefahren und haben uns einige wunderschöne niederländische Landhäuser angesehen. Diese liegen oftmals in bester Feng Shui Lage, auf einem Hang mit guter Rückendeckung und wunderbar weitem Blick zum Meer. Angemalt mit schönen Farben- meist ockergelb oder weiß. Diese Häuser wurden von reichen niederländischen Familien im 16.Jht gebaut. Heute kann man sie z.B. als Landhuis John Knip oder Tula Museum genannt, besichtigen. Dieses erzählt die traurige Geschichte jahrzehntelanger Sklaverei und deren Befreiungsversuchen. Ein großes Kapitel der Aufarbeitung….

Im Landhuis Chobolobo konnten wir den bekannten Bitterlikör „Curacao of Curacao“ kosten. Dieser wird aus der Schale der Valensina Orangen destilliert, da die bittere Frucht selbst unbrauchbar ist. Dieser Likör findet sich mit seinen Originalflaschen auch in unseren Regalen.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Dolphin-Academy
Groot-Santha-Martha
Kakteenwälder
Katamaran
Klein-Curacao
Klein-Martha-Landhaus
Träume in den Sand schreiben
Willemstad

Tahiti Overwaterbungalow 2016:

(M)ein Traum! Tahiti im Südpazifik ! Es ist schon etwas Besonderes, wenn man im Overwaterbungalow, durch die im Fußboden eingelegte Glasplatte die herrlich bunten Fische im Pazifik beobachten kann!

Einfach die Terrassentüre öffnen und sich auf der Terrasse sonnen oder über einen direkten und persönlichen Wasserzugang baden oder schnorcheln gehen. Danach eine Dusche gefällig? Am Abend ins Restaurant schlendern und leckere Fische mit Gemüse verzehren. Ein Leben wie im Paradies. Ein richtiges Szenario für Honeymooner! Die Natur ist herrlich, es gibt keine Steigerung mehr.
Muss nur mehr die innere Ruhe stimmen…

In der Nacht hat es ganz stark geschüttet und der Wind ist heftig durch die Ritzen gefahren. Ich dachte immer wieder an das vermeintlich robuste Dach, das bewegte Meer unter uns und an die hoffentlich tragfähigen Säulen, sah ich doch ein paar Stunden vorher bei so manch anderem Bungalow, dass teilweise Betonbrocken vom Sockel der Säulen bereits ins Meer gestürzt waren. Gottseidank nicht bei Unserem.

Meine Tochter und ich wohnten ca. sieben Gehminuten von der Rezeption entfernt. Über Holzstege verteilten sich die einzelnen Bungalows. Sie lagen in einem angenehmen Abstand und man kriegte kaum etwas von den Nachbarn mit.
Take it easy and relax. Richtige Südseeinselidylle!

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Au revoir Tahiti
Schnorcheln im Pazifik
Stachelrochen
Inseln vor Raiatea
Korallengarten
Perlenzucht
Erfrischungslimo
Flug nach Moorea
Frangipani
Kokosnuss im Pazifik
Overwaterbungalow Bora Bora
Resort Tahiti
Thunfisch mit Kokosmilch

Hawaii Island oder Big Island 2016: Die Fahrt zum Maunakea 4205m

Der Maunakea ist der größte aktive Vulkan dieser Erde. Den wollte ich sehen. Am Gipfel stehen 14 Teleskope von Hawaii, Kanada, Frankreich, der NASA, Groß Britannien usw.

Auf diesen bestimmten Tag hatte ich mich schon Monate vorbereitet, da ich mir einen SUV mieten wollte, um auf den Maunakea selbst hinaufzufahren. Wir waren zeitgerecht am Ziel im Onizuka Center for international astronomy (Visitor information station 9200ft/ 2800m).

Wir betrachteten die Sterne durch ein 16 Zoll Meade LX-200 Teleskop, ein 14 Zoll Celestron Teleskop und ein 11 Zoll Celestron Teleskop und sahen den Orionnebel, die Plejaden, die Eta Carina und den Jupiter, der gerade sehr nahe der Erde war. So einen wunderschönen Sternenhimmel habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. In Hawaii ist der dunkelste Punkt der Erde und man sah die Milchstraße mit freiem Auge. Mir schien, als würde sich der Himmel wie ein Gewölbe über mir formen- under the dome of night.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Oahu Bucht
Oahu Dole Hawaiiananas
Maunakea Teleskop
Honolulu Rock Cafe
Maui Katamaran
Maui Schnorchel
Pearl-Harbour-Arizona-Memorial
Turtle
für "Lei" Kränze

Mexiko 2015

Teotihuacan Sonnen und MondpyramideDiese Kultstätte, eine gewaltige Pyramidenanlage der Azteken, ein wirklicher Kraftort! Sie wurde zwischen 250 v. Chr. und 700n. chr. erbaut.

Wir gingen die 1km lange „ Straße der Toten“ entlang und erklommen die Sonnenpyramide. Die zahlreichen Stufen bis oben sind sehr steil und hoch, dass man manchmal schon einen kleinen Krampf in den Beinen bekommt. Es gibt zwar immer wieder Zwischenplateaus, aber der Anstieg ist meist ohne Halt.

Die Mexikaner seien der Meinung, so der Reiseleiter, jeder müsse selbst abschätzen ob er oder sie es sich zutraut hinaufzugehen und müsse selbst schauen, wie man weiterkomme. Erst im obersten Drittel kann man sich an einem Drahtseil anhalten- was mir persönlich schon sehr angenehm war. Ich bin zwar mutig, aber nicht wagemutig.

Ich habe die Energie der uns umgebenden lautstarken, mutig plappernden Reiseteilnehmer genutzt, um mich ganz auf die „Spitze“ zu wagen.

Juhu,  ich (wir) habe(n) es geschafft! Eine tolle Aussicht und Energie da oben. Ein Symbol für die eigenen Schritte im Leben- hinauf zum Selbst- kein leichter Weg, aber lohnend.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Sonnenstein der Azteken/ Kalender
Sonnenstein der Azteken/ Kalender
Sonnenpyramide in Teotihuacan
Sonnenpyramide in Teotihuacan
Pyramidentempel auf Monte Alban
Pyramidentempel auf Monte Alban
Bootsfahrt Sumidero Canyon Nationalpark
Bootsfahrt Sumidero Canyon Nationalpark
Eidechse in Uxmal
Eidechse in Uxmal
Pyramide des Zauberers, ovaler Grundriss
Pyramide des Zauberers, ovaler Grundriss
Zur Täuschung wurden Anlagen höher gebaut
Zur Täuschung wurden Anlagen höher gebaut
Buntes Kraftsymbol Museo Nacional de Antropologia
Buntes Kraftsymbol Museo Nacional de Antropologia
Karibischer Strand von Cancun
Karibischer Strand von Cancun
Brotfrucht
Brotfrucht
Palast der Säulen in Mitla
Palast der Säulen in Mitla

Südafrika 2014 Kliptown Youth Program (KYP)

Dieses Projekt wurde 2007 von einer Gruppe junger Menschen gegründet, die sich leidenschaftlich um ihre Gemeinde sorgten.

Im KYP bekommen die Kinder und Jugendlichen der Umgebung Unterstützung bei den Hausaufgaben, einen Ort, um zusammen zu kommen und geregelte Mahlzeiten einzunehmen.

Viele von ihnen haben keine Eltern mehr, da sie an Aids gestorben sind. Die Aidsrate, Armut und Arbeitslosenrate ist hier erschreckend hoch.
Zweimal am Tag werden ca. 400 Kinder mit warmen Essen versorgt.
Als Clarissa und ich dort waren, war gerade die Essensausgabe, ein Brei mit Milchsoße.

Die Kinder standen alle in einer Reihe und hielten ihre Teller zur Köchin, die mit einem großen Schöpfer die hungrigen Mäuler befriedete. Das Leuchten in den Augen der Kinder hat mich tief berührt.

Hier gibt es keine offizielle Elektrizität, keine Kanalisation- aber Gott sei Dank mobile WCs. Für ca. 40 Personen eine Toilette. 

Verschiedene Reisegruppen haben einiges an Geld dort gelassen……dadurch gibt es einen Computerraum. Auf Bildung wird gesetzt - das wichtigste Mittel, um im Leben bessere Chancen zu haben.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Kliptown Youth Program
Kliptown Youth Program
Johannesburg Apartheidmuseum
Johannesburg Apartheidmuseum
Krüger Nationalpark
Krüger Nationalpark


Hluhluwe Wildreservat
Hluhluwe Wildreservat
Kapstadt Tafelberg
Kapstadt Tafelberg
Kap der guten Hoffnung
Kap der guten Hoffnung
South western point
South western point

Neuseeland 2014

Rotorua:
Dieser Ort ist für mich ein geothermales Wunderland. Überall raucht und pfaucht es und die Erde blubbert in einem fort. Beeindruckend.

Manche Bewohner haben direkt in ihrem Garten heiße Quellen neben ihren Gemüsebeeten. Diese Ureinwohner Neuseelands leben tagtäglich und nächtens in einer regelrechten Rauchschwade, die die ganze Zeit weißen Rauch und Dampf abgibt.

Außerdem riecht es permanent nach faulen Eiern, bedingt durch den Schwefel.Die Maorifrau erzählte uns, dass sie von ihren Großeltern gelernt hätte, wo man sicher gehen könne und wo die Gefahr wäre, dass man im Boden verbrenne. Dieses Wissen werde auch an die nächste Generation weitergegeben.

Clarissa ist in der Nacht aufgewacht, rüttelte mich wach und meinte, dass wir fliehen müssten, denn es handle sich um einen Unfall in einer Schwefelfabrik in unserem Hotelzimmer. Das kostete mich schon einen lauten Lacher, denn der Geruch/ Gestank ist in Rotorua ganz normaler Alltag.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Rotorua
Rotorua
Whakarewarewa Geothermen
Whakarewarewa Geothermen
Maori Village
Maori Village
Agrodome sheep
Agrodome sheep
Hobbiton Movie Set
Hobbiton Movie Set
Middle Earth in Matamata
Middle Earth in Matamata
Drehort von Herr der Ringe mit Golom
Drehort von Herr der Ringe mit Golom

Franz Josef Glacier Helicopter Flight
Franz Josef Glacier Helicopter Flight

Japan 2013

Das Angepasste, das Konforme, das Pastellige, das Anonyme, das Gefühl unter Kontrolle Haltende, das Gesicht Wahrende, das die Gefühlsregungen Verbergende.Diese Assoziationen fielen mir zu Japan ein.

Die Vollkommenheit liegt im Detail.

Alles ist verkleinert und bis ins Kleinste durchgeplant. Nichts ist zufällig.Bei einem Fondueessen in einem Teehaus hatten wir die Gelegenheit auf einem bodennahen Tisch zu sitzen. Die Beine unter dem Tisch versenkt, auf weichen Polstern sitzend. Wieder gefiel mir die Liebe zum Detail.

Eine kleine Unterlage, darauf stand ein noch kleineres Schälchen, worauf die handlichen Stäbchen lagen. Diese waren kunstvoll in Papier eingewickelt mit einer ganz kleingedruckten Anleitung zum Papierfalten. Daraus konnte man winzige Kraniche oder anderes Kleingetier falten. 

Das Essen war so kunstvoll, dass ich teilweise gar nicht wusste, was Dekor und was essbar war. Das Eine geht in das Andere über.

Auch in den Zengärten – alles ist mit Bedacht und Achtsamkeit bepflanzt und begrünt. Wasser wird ganz gezielt eingesetzt und alle Brücken haben eine bestimmte Funktion. Jeder Stein ruht am richtigen Platz, zur richtigen Zeit.

© Dipl.-Ing. Doris Höbinger

Meiji Schrein
Meiji Schrein
Japanischer Garten
Japanischer Garten
Ryoanji Tempel
Ryoanji Tempel
Maiko (junge Geisha)
Maiko (junge Geisha)
Kultstätte des Shintoismus
Kultstätte des Shintoismus
Gefaltete Kraniche im Hiroshima Friedenspark
Gefaltete Kraniche im Hiroshima Friedenspark
Goldener Pavillon Kinkakuji
Goldener Pavillon Kinkakuji
Kirschblüte
Kirschblüte
Blüte im Hama Rikyu Garden
Blüte im Hama Rikyu Garden
Essen im Teehaus
Essen im Teehaus

Schlittenhund, Alaska 2011
Schlittenhund, Alaska 2011
Tigernest, Bhutan 2011
Tigernest, Bhutan 2011
Gegenverkehr im Himalaya, Bhutan 2011
Gegenverkehr im Himalaya, Bhutan 2011
Hindutempel, Indien 2011
Hindutempel, Indien 2011
Chinesische Mauer, China 2009
Chinesische Mauer, China 2009
Peking Sommerpalast, China 2009
Peking Sommerpalast, China 2009
Shanghai, China 2009
Shanghai, China 2009
Mojave Wüste, Kalifornien 2009
Mojave Wüste, Kalifornien 2009
Antelope Canyon, Kalifiornien 2009
Antelope Canyon, Kalifiornien 2009
Atabasca Gletscher, Kanada 2011
Atabasca Gletscher, Kanada 2011
Yukon Route, Goldrush, Kanada 2011
Yukon Route, Goldrush, Kanada 2011
Titicacasee, Uro-Indianer, Peru 2010
Titicacasee, Uro-Indianer, Peru 2010
La Paz, Bolivien 2010
La Paz, Bolivien 2010
Cataratas de Iguacu, Argentinien 2010
Cataratas de Iguacu, Argentinien 2010
Rio de Janeiro, Brasilien 2010
Rio de Janeiro, Brasilien 2010
Maracana Stadion, Brasilien 2010
Maracana Stadion, Brasilien 2010
Raumfahrt, USA 2010
Raumfahrt, USA 2010
Oman 2012
Oman 2012
Oman 2012
Oman 2012

Meine Weltreisen

Seit ca. 21 Jahren reise ich in alle Himmelsrichtungen um die Welt. Damals habe ich mich entschieden mein Leben radikal zu verändern und dabei bin ich spontan auf die Idee gekommen, zu reisen.

Je weiter ich fliege, desto lieber ist es mir. Ich bin frei und mache was ich will.
Es ist köstlich, Abenteuerlust, Freude, Angst und Vertrauen begleiten mich dabei.
Ich spüre genau nach, wo es mich hinzieht und manchmal werfe ich auch I Ging (das chinesische Weisheitsorakel). Meistens nehme ich unsere Tochter mit. Ansonsten fahre ich alleine mit fremden Menschen und lasse mich überraschen, was mir das Leben bringt.

Ich möchte mich selbst erfahren und mir selbst begegnen. Ich genieße das Andere. Anderes Klima, andere Pflanzen, andere Menschen, andere Steine, anderes Essen. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten zu leben. Diese Erfahrungen helfen mir im Alltag sehr, weil der weite innere Horizont bleibt. Natürlich mache ich auch negative Erfahrungen, aber die Positiven überwiegen. Zu Hause arbeite ich dann ganz bewusst bestimmte Begebenheiten auf und das bringt mich sehr viel weiter.

Jede Reise steht unter einem bestimmten Thema, das mir das Leben vorgibt. Oft kann ich nur staunen, was ich alles erleben darf. Ich mache außergewöhnliche Erfahrungen, auch Grenzerfahrungen, an die ich im Alltag nur schwer oder gar nicht herankomme.

Ich möchte in das Innerste meines Wesens vordringen und die Schönheit des Lebens in jeder Zelle auskosten.

Durch das Reisen öffnen sich mir unbekannte Tore, neue Innenräume, neue Dimensionen meines Seins. Es ist wie Nahrung für meine Seele. Ich liebe es einfach.

Reisebericht Südamerika

Im Flugzeug:

Über Südamerika - das fühlt sich ganz anders an als Europa. Venezuela, Kolumbien fühlen sich sehr urtümlicher an.

Wir fliegen über das Amazonasgebiet. Ich spüre das grüne, üppige Atmen. Eine grüne Lunge für die Welt. Ein Aufatmen. Ich spüre diese alte Schwingung der Inkas und Indianer.

Neben mir sitzt eine dunkle Dame (eine Indiofrau) aus Cuzco in Peru. Die muss wegen mir dauernd aufstehen, weil ich Durchfall habe und sie schimpft auf Quechua (die alte Inkasprache) vor sich hin, auch mit den anderen Passagieren. Die schauen aber nur ohne zu antworten. Ich denke mir ja auch, „na das fängt ja gut an diese Südamerikareise. Die Läuterung beginnt bereits“. Wo habe ich mir das bloß geholt? Schnell ein paar Homöopathika einwerfen.

Bald geht es mir wieder gut und ich sage ein Wort zu ihr in Quechua: „Diuspagrasaki“- das heißt so viel wie „danke“. Sie lächelt erstaunt und sehr wohlwollend. Sie deutet mir nur, alles sei okay. Ich klopfe ihr leicht auf die Schulter.


Über den Anden:


Wir kommen zu den Anden. Der große Gebirgszug Südamerikas. Ich trage gar keinen Schmuck. Nicht einmal den Ehering. Habe ihn nach 17 Jahren das erste Mal abgelegt. Angeblich schneiden sie einem die Finger ab. Das muss ich nicht haben. Noch 2 Stunden 41 dauert der Flug von Amsterdam nach Lima. 12 Stunden 40 insgesamt.

Cuzco (Peru).: 3400 m Höhe

Wow. Der Ausstieg aus dem Flieger ist gigantisch!
Die gleißende Sonne, strahlend blauer Himmel. Das Licht ist so stark, dass ich die Gletscherbrillen bald brauche werde. Die Luft ist hier dünner, das spürt man im ersten Augenblick gar nicht. Aber überall wird Sauerstoff angeboten, in Kleinflaschen. Ich denke noch, dass ich das nicht  brauche. Aber beim Gehen ins Hotel spüre ich es schon. Die Ohren gehen auf einmal zu, bei zwei Stufen bergauf droht mein Kreislauf zusammen zu brechen. Ich halte mich im Hotel an und bleibe sofort stehen und mein Körper erholt sich wieder. Jeder Schritt verbraucht Sauerstoff. Der Reiseleiter sagt, wir sollten uns eine halbe Stunde hinlegen und nichts tun, was wir auch sofort umsetzten.

Jeder Schritt kostet Sauerstoff. Also ganz langsam gehen. Ich trinke den im Hotel gratis angebotenen Cocatee gegen Höhenkrankheit. Im Restaurant glaube ich wieder, dass ich vom Sessel falle. Da waren zwei Stufen ins Restaurant hinein und die Straße ist eine Dauerbaustelle über Stock und Stein. Ja, ich habe Angst, weiß nicht wie umgehen mit der neuen Situation. Ich lebe einfach weiter.

Bei der Stadtbesichtigung war ich geistig mehr oder weniger dabei. Immer wieder tiefe Atemzüge bewusst atmend, dass genug Sauerstoff in den Körper kommt. Langsam und tief atmen. Jeder Atemzug ist bewusst eingeteilt und gesetzt. Langsam. Alles ist sehr langsam.

Gott sei Dank hatte ich vorher ein Höhentraining gemacht und wusste, dass ich viel mehr trinken musste als ich eigentlich wollte. Die Höhe trocknet den Körper rasant aus, schrecklich, wie schnell das geht. Obwohl einigen schlecht war, aßen wir üppig. Viel Alpakafleisch, Erdäpfel.
Die Peruaner haben 250 verschieden Erdäpfelsorten und 80 Maissorten. Da kaut man an jedem Korn eine Weile. Ich habe mich richtig angefüllt. In den nächsten Stunden ist sowieso wieder alles weggebrannt und ich muss sehen, wie ich über die Nacht komme.

Am Abend ist nur mehr eine Handvoll der Reisegruppe übriggeblieben. Der Rest lag im Bett. Total erschöpft. Mit Kopfweh und sonstigem. Ich ließ mich von einer Indianerin massieren.
„You need oxygen“ flüsterte sie mir ins Ohr. Sie werde mir Sauerstoff organisieren, gratis.

An der Rezeption im Hotel durfte ich 7 Minuten gratis Sauerstoff über eine Maske einatmen. Eine wahre Wohltat! Mir hat es geholfen, andere Urlauber saßen auch so dort wie ich. Ich war also nicht die Einzige, der es so ging. Manche sind ja noch ärger dran. Bei mir war es auszuhalten.

In der Nacht überfiel mich ein unbändiger Hunger, sodass ich in der Rezeption anrief. Der Portier sagte mir, dass es ein Uhr nachts sei und das Restaurant zugesperrt sei. Man könne noch den Pizzaservice rufen, aber das wollte ich auch nicht. Irgendetwas ohne Käse und ohne Paradeiser, irgendetwas Trockenes. Er könne aber von der Rezeption nicht weggehen. Ich würde aber an so einem erbärmlichen Hunger leiden, und der Kopf täte auch so weh. Ja, die Höhe! Also gut, er schaut, was er machen kann. Nach ein paar Minuten läutet es an der Zimmertür. Sieben aufgetürmte trockene Brötchen, die ich sogleich mit einer Gier und einem Liter Wasser verschlang. Diese Höhennacht war gerettet!

Der Katarakt in Argentinien: Iguazu

Das werde ich in meinem Leben nie mehr wieder vergessen. Natürlich habe ich mich gemeldet, als es hieß um´s „teure“ Geld könne man in den Wasserfall mit einem Motorboot hineinfahren. Wieso sollte ich jetzt sparen, wo mir alles so viel Spaß machte. Abenteuer pur. Da komme ich vielleicht nie mehr wieder her. Also warum nicht. Meine Tochter Clarissa ist auch dabei und ein junges Pärchen. Die anderen Mitreisenden haben wohl Angst und schieben das Geld vor.

Jedenfalls müssen wir uns Regenmäntel kaufen, weil man ganz schön nass werden würde.
Wir sollten mit dem Lift den Hang hinauffahren, doch leider Gottes fällt dieser aus und so klettern wir den Steig hinauf, den wir gerade vorher heruntergekommen waren.
Wir schwitzten mit diesen Regenmänteln furchtbar, weil wir immer glauben um die nächste Kurve sei schon unser Boot. Doch wie sich herausstellt werden wir in einen Jeep verfrachtet, der wie ein Wilder rasend schnell durch den Regenwald fetzt. Ich finde es cool, die Haare fliegen, man muss sich gut fest anhalten und es geht mit Erschütterungen Stein auf Stein los.

Volles Programm. Vielleicht wollen Sie doch Ihre Handtaschen und die Kameras abgeben, fragt der Mann auf spanisch. Das macht mich schon ein bisschen stutzig.
Was ist, wenn das geklaut wird? So entscheide ich mich, wenigstens meinen Reisepass und das Geld in mir zu verstauen.
Wir bekommen eine Schwimmweste (sehr dick) und dann zu viert, als letzte Tour, steigen wir ins Boot. Anfänglich geht es ja noch. Wir fahren zwar schnell in den Canyon hinein mit zahlreichen Kurven, aber das Wasser ist nur unter unserem Boot. So denke ich mir werde der Panoramablick bleiben.

Die Wasserstrudel werden immer ärger und wilder. Auf dem Boot steht: Remain seated permanently. Bleiben Sie dauernd sitzen. Ehrlichgesagt, habe ich kein Bedürfnis aufzustehen. Im Gegenteil, ich bin froh, wenn ich durch die Erschütterungen sitzen bleiben kann. Anhalten kann man sich nicht, leider. Der Sitz ist zu dick.
Das Wasser wird immer wilder und wilder. Wasser kommt schon auf´s Boot.

Auf einmal fährt der Lenker des Motorboots geradewegs in den tosenden Wasserfall, der mit riesigen Wassermassen zur Erde hin fällt. Das Boot liegt schräg und wird von den Wassermassen herumgewütet. Scheinbar außer Kontrolle. Oh, mein Gott! Wir alle schreien und immer tiefer geht´s hinein in die Wassermassen. Das Wasser presst sich ins Boot, in die Unterhose, in die Schuhe, donnert mit einer Urgewalt gegen unsere Schwimmwesten. Alles außer Kontrolle. Kein Halt mehr. Nur mehr Wasser. Aussspucken und um Luft ringen. Ein Überlebenskampf. Ich denke nur, hoffentlich ist der Fahrer bei Sinnen. Ohne ihn kommen wir da nicht mehr lebendig heraus. Habe wirklich alle „Heiligen“ angerufen.

Ein Kämpfen mit dem Wasser, wobei man weiß, dass man den Kampf nie gewinnen wird. Jeder musste sich um sich selbst kümmern. Es dauert ewig.

Endlich lenkt der Steuermann aus diesem Strudel wieder heraus. Aber nur kurz!

Wieder steuert er auf den tosenden Wasserfall zu. Wieder hinein in die ungestümen unkontrollierbaren Wassermassen. Nein, ich will nicht mehr. Ich brülle „finito“. Das ist aber glaube ich italienisch. Hören tut mich hier sowieso keiner. Es ist höllisch laut hier. Nur Wasser. Strudeln. Gischt. Tonnen von Wasser. Wir sind triefend nass, bis auf die Haut. Die Schuhe vollkommen nass. Oh, mein Reisepass. Wie der wohl aussehen wird? Wieder dauert es ewig. Endlich lenkt der Fahrer aus dem Wasserfall in den nächsten Strudel. Um Gottes Willen, da sind ja massenhaft spitze große Felsen und das Wasser wütet und wütet unkontrolliert.. Hoffentlich kann der mit dem Boot ausweichen, sonst knallen wir noch auf die Felsen.

Ein drittes Mal noch in den Katarakt. Ich lasse es über mich ergehen. Ich kann nicht mehr.
Trotzdem beginnt wieder dieser Überlebenskampf um mit dem Wasser und der Luft fertig zu werden. Man kämpft bis zum Schluss. Ein derartiger Überlebenstrieb, das ist unbeschreiblich. Ich denke, es nimmt kein Ende mehr. Ich höre die Schreie meiner Tochter und die meiner mittlerweile zu Freunden gewordenen Reisekollegen.. Ich selbst schreie glaube auch. Ich starre auf die Felsen und das Boot wendet.

Endlich hinaus aus dem Katarakt! Das Boot gast ungewöhnlich schnell an und stellt sich auf einer Stromschnelle auf. Eine Welle überflutet unser Boot. Wieder drückt es mir das Wasser in alle Poren meines Körpers. Ein immenser Druck.

Ich lebe. Wir leben. Wir fahren zum Anlegepunkt zurück.

Die Schuhe kaputt, triefend nass klettern wir zitternd aus dem Boot. Es ist wie ein Schock.
Ein Adrenalinschub. Wir sind in einer Art Ausnahmezustand. Wir lachen trotzdem und weinen auch innerlich. Soviel ist kaputt. Über Grenzen gegangen, die unbeschreiblich sind. Dieses Erlebnis kerbt sich tief in mein Leben ein. Der Begriff „Initiation“ fällt mir ein.

Wir wringen unsere Schuhe aus und gehen mit „Wasserkleidung“ den Berg hinauf. Die Argentinier grinsen nur. Ha, den Europäern haben wir es gezeigt! Oben wartet der Jeep. Wir sind erschöpft und reden durcheinander. Der Fahrer rast durch den Regenwald zurück. Es ist mittlerweile Nacht geworden. Es ist total finster.

Ein einzigartiges Erlebnis. Nicht mehr wiederholbar. Ich fühle mich vollkommen frei. Danke!


In Rio de Janeiro:


In Rio fetzt es mich so richtig durch. Die Bar, Maracujasaft, tanzen bis in den Morgen.

Brasilianische Rhythmen. Wir sind zu fünft. Beim Eingang wurde  ein Foto von jedem Besucher gemacht und die Leute stehen Schlange um in die 4.bekannteste Bar der Welt zu gelangen.

Überall securities, die in der Menge stramm und unbeweglich dastehen. Ich bin wohl die einzige, die ihre Arme beim Tanzen nach oben hält. Das dürfte meine 16 jährige Tochter ziemlich stören. Ich glaube, sie geniert sich für mich. Mir ist es piep egal, wie ich rüberkomme. Ich bin ich selbst und aus.
Fühle mich einfach nur frei…

Sobald wir auf der Straße sind, heißt es achtsam sein. Gleich in ein Taxi einsteigen . verriegeln. Immer so an die 30€ umgerechnet griffbereit in der Hosentasche haben, falls es zu einem Überfall kommt. Das ist leider in Rio tagtäglich der Fall. Keine Handtasche, keine ausgebeulten Hosentaschen mit versteckten Kameras. Kein Schmuck. So unauffällig wie möglich. Wir flitzen durch Rio bei Nacht und an der weltbekannten Copacabana ist unser Hotel.

Ein kurzer Blick über den Nachtstrand vom 12. Stock des Hotels. Am Pool oben noch ein Tonic, spannende prickelnde Gespräche über Sex und Liebe und dann ab ins Bett.
So könnte ich alle Tage leben…



Buthan/ Nordindien:


Bei dieser Reise habe ich in den Klöstern Personen und Gegenstände unerwartet wieder erkannt. Dass wir uns an frühere Leben erinnern könnten, das hatte ich bisher immer nur in Büchern gelesen. In Buthan habe ich erfahren, dass dies möglich ist. In manchen Klöstern war ich wie zu Hause. So gerne wäre ich noch länger dort geblieben um den Gesängen der Mönche zu lauschen.




Oman:

In diesem Land lernte ich einen jungen Moslem kennen, der sich, glaube ich, vor mir etwas fürchtete. Bei mir war es genauso. Natürlich wurde ich ihm im Auto zugewiesen. Im Laufe der Wüstenfahrten entstand eine richtige Freundschaft zwischen uns mit arabischen und englischen Bruchstücken. Viel Lachen und große Freude.

„I´m so happy“, sagte er zum Abschluss. „Me, too“, antwortete ich.